EuGH-Urteil zu grenzüberschreitenden Online-Glücksspielen: Nationale Verbote in Deutschland bleiben wirksam
Tina Schmitz · May 28, 2026

EuGH-Urteil zu grenzüberschreitenden Online-Glücksspielen: Nationale Verbote in Deutschland bleiben wirksam

Das Gericht der Europäischen Union hat in der Rechtssache C-440/23 klargestellt dass EU-Recht Mitgliedstaaten wie Deutschland nicht daran hindert bestimmte Formen des Online-Glücksspiels zu verbieten selbst wenn die Anbieter in anderen EU-Ländern wie Malta über eine Lizenz verfügen, während die betreffenden Aktivitäten zwischen Juni 2019 und Juli 2021 an deutsche Spieler gerichtet waren bevor das nationale Lizenzsystem in Kraft trat.
Hintergründe der Entscheidung und beteiligte Parteien
Das Verfahren betraf Angebote von European Lotto and Betting sowie Deutsche Lotto- und Sportwetten die virtuelle Automatenspiele und bestimmte Wettformen umfassten, wobei das Gericht feststellte dass solche nationalen Beschränkungen durch Gründe des Allgemeininteresses wie den Verbraucherschutz gerechtfertigt werden können, während die Richter zugleich die Ermessensspielräume der Mitgliedstaaten bei der Regulierung von Glücksspielen in Abwesenheit einer EU-weiten Harmonisierung bestätigten.
Rechtliche Grundlagen und zeitlicher Kontext
Zwischen Juni 2019 und Juli 2021 galten in Deutschland noch keine umfassenden Lizenzen für Online-Glücksspielanbieter was dazu führte dass Angebote aus Malta als grenzüberschreitende Dienstleistungen auf den deutschen Markt gelangten, doch das Urteil unterstreicht dass Mitgliedstaaten weiterhin Verbote aussprechen dürfen solange diese verhältnismäßig und auf öffentliche Interessen gestützt sind, während das Fehlen einer einheitlichen EU-Regelung den nationalen Behörden erhebliche Freiheiten einräumt.
Auswirkungen auf den deutschen Glücksspielmarkt
Beobachter stellen fest dass die Entscheidung die Position deutscher Regulierungsbehörden stärkt die bereits vor dem Inkrafttreten des neuen Lizenzsystems Maßnahmen gegen nicht autorisierte Angebote ergriffen hatten, während Anbieter mit maltesischen Lizenzen ihre Strategien anpassen müssen um den nationalen Vorgaben zu entsprechen, und Daten aus dem Bereich zeigen dass der regulierte Markt in Deutschland weiter an Bedeutung gewinnt.

Die Richter des EuGH betonten in ihrem Spruch dass Verbraucherschutz und die Vermeidung von Spielsucht als legitime Rechtfertigungsgründe für nationale Einschränkungen dienen können, während sie zugleich klarstellten dass eine Lizenz aus einem anderen Mitgliedstaat nicht automatisch zur Freizügigkeit im gesamten EU-Raum führt, und diese Position deckt sich mit früheren Urteilen zu ähnlichen Themen.
Reaktionen und weitere Entwicklungen bis Mai 2026
Fachleute aus der Branche analysieren das Urteil als Bestätigung bestehender Praktiken in Deutschland wo die Glücksspielbehörde GGL bereits strenge Auflagen durchsetzt, während in Mai 2026 weitere Anpassungen an den nationalen Regelwerken erwartet werden die auf dieser EuGH-Entscheidung aufbauen, und Experten verweisen darauf dass die Abwesenheit einer harmonisierten EU-Gesetzgebung die Mitgliedstaaten in die Lage versetzt eigene Schwerpunkte zu setzen.
Das Urteil in der Rechtssache C-440/23 ist über curia.europa.eu vollständig einsehbar und liefert detaillierte Begründungen zu den anwendbaren Grundsätzen des EU-Rechts, während die beteiligten Unternehmen nun prüfen müssen wie sie ihre Geschäftsmodelle an die bestätigten nationalen Kompetenzen anpassen.
Schlussfolgerungen aus dem Urteil
Zusammenfassend bestätigt der EuGH die Möglichkeit für Mitgliedstaaten wie Deutschland bestimmte Online-Glücksspielformen zu untersagen und stützt sich dabei auf öffentliche Interessen, während die Entscheidung den Status quo in der Regulierung festschreibt und künftige grenzüberschreitende Aktivitäten beeinflussen wird.